Autismus-Spektrums-Störungen (ASS)
Autismus-Spektrums-Störungen (ASS)
Diese neuere Bezeichnung basiert auf der Auffassung, dass die autistischen Störungen sich nicht qualitativ unterscheiden, sondern lediglich quantitativ, also in Bezug auf den Schweregrad der Störung. Damit wird ein dimensionaler Ansatz vertreten, der annimmt, dass sich die verschiedenen autistischen Störungen nicht in klar unterscheidbare Kategorien unterteilen lassen. Die Ausprägungsgrade haben eine grosse Variationsbreite, welche eine Diagnostizierung dieser Störungen erschweren, was leider dazu führt, dass immer noch viele Kinder erst spät erfasst und somit behandelt werden.
Zentrale Defizite des Autismus
Aufgrund der Erkenntnisse aus der Autismus-Forschung der letzten Jahre haben sich folgende zentralen Defizite des Autismus herauskristallisiert, welche laut „Gutstein“ die Autismus-Spektrums-Störung definieren.
| Dynamische Analyse | Die Fähigkeit, die relative Bedeutung und den Wert von Informationen fest zu stellen und flexibel auf die ändernden Umstände zu reagieren. |
|---|---|
| Episodisches Gedächtnis, Widerstandsfähigkeit, Selbsterkenntnis | Die Fähigkeit zu reflektieren (überlegen), voraus zu schauen, zu regulieren, zu evaluieren (einschätzen) und zu hypothetisieren. Mit Unsicherheit in einer produktiven Art und Weise umgehen können. |
| (Mit)Teilen von Erfahrungen: | Die Fähigkeit, unterschiedliche Ansichten zu teilen, mehrere Informationskanäle zu integrieren und ein Verständnis für das „Gut-Genug-Konzept“ zu haben. |
| Flexible und kreative Problemlösestrategien: | Die Fähigkeit, mehrere Lösungen für ein Problem zu entwickeln, das „Gut-Genug-Konzept“ annehmen und anwenden können. |
Zusammen genommen können diese zentralen Defizite als „Beziehungs-Intelligenz“ umschrieben werden. Wenn diese fehlt, müssen sogar Menschen mit hohen intellektuellen und guten sprachlichen Fähigkeiten kämpfen, um in dynamischen Interaktionen, aus welchen unsere alltägliche Welt besteht, erfolgreich zu sein.
